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Petra

Petra, im ehemaligen Reich der Nabatäer gelegen, wurde Jahrhunderte vor Christus von Karawanen aus aller Welt durchspült die dem „Örtchen“ Reichtum und so weiter brachten.
Danke. Ende der kulturhistorischen Abhandlung.

Die komplett in Fels gemeisselte Stadt Petra hat also eine ganz schön lange Geschichte und spätestens beim städtischen Theater erkannt man wohl, dass Petra so cool war, dass sogar die Römer mal vorbeigeschaut haben. Einst ging hier wohl so richtig die Post ab, Zivilisationstechnisch und so.
Was übrig geblieben ist, sind teilweise gut, teilweise schlechte erhaltene Ruinen, was auf einige üble Erdbeben zurückzuführen ist. Neben politischen Ereignissen führte dies zum Aussterben des Ortes.

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Nun ja nicht ganz. Bis in die 80er Jahre wurden die ansässigen Beduinen ausgesiedelt, welche in den Höhlen von Petra und drumherum lebten. Nun leben wohl immer noch ein paar Familien drumherum aber die meisten in den umliegenden Dörfern und der Stadt Wadi Musa, Heimat des teuren Essens und spottbilliger Kopfhörer…
Natürlich komme ich nicht umhin den Hype um Indiana Jones zu erwähnen. Schließlich sieht man im letzten Drittel des Films das Hauptportal „Treasury“ genannt, welches man als erstes von der Stadt erblickt wenn man durch den Canyonartigen Siq läuft. Mehr als diese Glanzsekunde sieht man aber eigentlich nicht. Grund genug dennoch ,das jeden dritten Tag oder so der Film in den Hostels vorgeführt wird.

Und was machen die Beduinen so? Natürlich, sie verkaufen allen möglichen Krimskrams, Kinder verkaufen Postkarten, die Männer bieten Kamele, Pferde, Esel oder so an, Frauen sind im Souvenirgewerbe. Ja, so ist das mit dem fremde Kulturen kennenlernen, wenn man dann einem hartnäckigen 10 jährigen gegenübersteht der mir klar macht, dass ich es wohl kaum ohne Esel den Berg hochschaffe, er macht mir auch einen Special-Price. Alles in allem ist es hier jedoch viel einfacher gewesen einfach „nö“ zu sagen, das wird akzeptiert und alles ist gut.

Ein anderer interessanter Tourismuszweig ist wohl der Sextourismus in der Gegend um Petra. Hab da allerdings selbst nichts zu gehört sondern nur von zweiter Hand von erfahren.. Hier lässt sich was dazu lesen. Auch wenn der Artikel eher dazu einlädt, davon auszugehen, dass Frauen stets Sex erwarten, wenn sie irgend ne Tour mit Beduinen ausmachen, ist vielleicht auch davon auszugehen, dass man nicht immer auf so ein Angebot erpicht ist. Aufjedenfall spannend, wie dies nochmal in ganz besonderer Hinsicht und so elementar kulturzersetzend wirkt.

Wie schon das traurige Fazit aus Ägypten: die Menschen sind hochgradig vom Tourismus abhängig (gemacht?) und bei allen Dingen geht es hier schlicht ums Geschäft. Die vielgerühmte jordanische Gastfreundschaft wurde jedenfalls in Wadi Musa und Petra direkt mit dem Teufel ausgetrieben. Aber wer kann es ihnen auch verdenken. Hier sitzt das Geld. Jeden Tag kommen um die Mittagszeit die Touristen in Scharen. Und es wäre wirklich naiv davon auszugehen, dass man hier einem dahergelaufenen Touristen, sei er nun ein kulturinteressierter Pauschaltourist oder selbstverliebter Backpacker immer die besondere Gastfreundschaft erweisen wollte. Geht hier halt einfach nicht.

Hereinspaziert, Hereinspaziert
Jene, welche (vielleicht) die Ländergrenzen überqueren und eine Tour machen zahlen 90 Dinar für den Eintritt, mal abgesehen von den Kosten für den Reiseveranstalter etc. Ziemlich albern irgendwie, für einen Tag von nem Guide durch diesen Ort gehetzt zu werden und dafür unmengen an Geld zu bezahlen.
Andere, die in Wadi Musa bleiben oder selbstorganisiert hinkommen, zahlen für einen Tag 50, für zwei 55 und für drei 60 Dinar und für die drei Tage kriegt man dann noch einen extra Tag.

Für mich haben sich die drei Tage wirklich gelohnt. Verglichen zu den 50 Dinar für einen Tag ist der Aufpreis wirklich gering und ich verstehe das Preisgefüge sowieso nicht so richtig. Es gibt wie bereits gesagt eine Menge zu sehen und zu erkunden. Eine der besten Dinge die man wohl tun kann ist bei Ladenöffnung um 6 an der Pforte zu stehen und schon herumzuwuseln, wenn so langsam alles wach wird. Nichtsdestotrotz war sowieso nicht so viel los, wie jemand meinte wohl wegen den ganzen Revolutionen drumherum.
Natürlich gibt es auch ein bisschen was zu makeln. Alles in allem fehlte eine logische, zusammenhängende Schilderung der Geschichte. Wenn irgendwo das ultracoolfette Grab von irgendwem steht, dann hilft das meinem Verständnis vom Ort recht wenig. Auch hätte man vielleicht eine gewisse Rekonstruktion irgendwo vornehmen können, die dann per Video angesehen werden kann. Wenn man bedenkt wie viele Leute da wohl so in der hohen Saison kommen und was Minimum pro Nase reinkommt, müsste da schon Raum für Verbesserungen sein – vielleicht ist aber auch alles verbürokratisiert. Ich weiss es nicht.
Jedenfalls gibt es Männer die in Verkleidung herumstehen oder kleine Paraden abhalten. Hier kam dann so eine Art zynischer Disneylandcharakter auf, als eine Frau mit voluminöser Kamera so einem Wachmann nur kurz „Hellooo“ sagte, gleichzeitig die Kamera schon beinahe in seinem Gesicht versenkte, knipste und dann ging. Was für ein schönes Photo das wohl geworden ist…

Wie dem auch sei, das tolle und faszinierende war zum einen natürlich zuvorderst diese in Stein gehauenen Riesengebäude, zum andern aber auch die Landschaft, die Weite des ganzen Areals. Unter diesem Eindruck sind letztlich auch die eher negativen Rückblicke auf Giza und Luxor entstanden, denn hier war es endlich möglich Zeit und Ruhe für den Ort zu haben, mehrere Tage da zu sein, an jedem Tag etwas neues zu entdecken. Wer gerne herumläuft und die Landschaft mag kommt hier wirklich auf seine Kosten. Nur um mal da gewesen zu sein und das „wichtigste“ gesehen zu haben schmeist man vielleicht ziemlich viel Geld zum Fenster hinaus. Imposant bleibts trotzdem.

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Eine Antwort zu “Petra

  1. Ja, die Situation in Petra ist recht gut dargestellt. Zwei Tage in Petra ist das absolute Minimum!!

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