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Bier, Burger und Tauchen

Dahab, einst DAS Hippie-Domizil in den 80ern, mit billigen Strandhütten und wohl Flower-Power-Flair ist jetzt DER Ort zum Geld ausgeben… Tauchen, Schnorcheln, überteuerte Shakes trinken, Souvenirs kaufen und natürlich auch rumhängen, ausspannen oder einfach mal relaxen. Wenig hat Dahab eigentlich mit Ägypten zu tun, wenn man nicht täglich den Muezzin hören würde..
Für Ägypten auch untypisch findet man hier natürlich an den Straßenecken das Bier. Spätestens hier fällt dann auf, wie Kulturrelevant dieses Stück Brautechnik doch ist. Jedenfalls, Dahab besteht im Kern aus einer Strandpromenade, die mit Restaurants und Tauchcentern so zugepflastert ist. Die Wohngegenden sieht man eigentlich nicht, wenn man keinen Spaziergang macht.. und dann sieht man natürlich auch die ganzen Bauleichen. Spekulationsobjekte vielleicht. Keine Ahnung.

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Judith und ich jedenfalls waren dort um einen Tauchkurs zu belegen und danach leckere, teure, Veggieburger zu essen und danach dann satt und erschöpft schlafen zu gehen. Natürlich nach einem Bier..

Insgesamt hat Dahab schon Charme. Unterkünfte aller Klassen. Interessant und ansprechend ist die Promenade gestaltet, die Restaurants vom Angebot her vielfältig, aber genauso ist es langweilend wenn man nicht das sucht, was man in Dahab findet.

Von den blauen Bergen
Ein bisschen später war ich nochmals dort, um meine letzten Tage in Ägypten zu fristen und einen Ausflug auf den nahegelegenen Mt. Musa oder auch Mt. Sinai genannt, zu unternehmen. Die einfachste Transportoption ist hier ein, von den Hotels organisierter, Minibus der Nachts zum Fuße des Gipfels fährt. Irgendwann ist man dann oben und kann den Sonnenaufgang genießen. Episch natürlich. Schließlich hat Moses hier oben die zehn Gebote empfangen…
Gewiss eine schwierige Geburt. Es ist zwar Winter, aber das macht uns bei weitem nicht zu den einzigen die diesen, durchaus beinahe barrierefreien Aufstieg auf sich nehmen. Nein, ich bin umzingelnd von einem halben Dutzend Reisebusladungen. Besonders in Erinnerung sind mir hier die Russisch sprechenden geblieben. Denn sie haben das besondere Privileg, russisch auf die Ägypter einreden zu können und sogar Antwort auf russisch zu bekommen. Wo das Geld halt herkommt… Apropos Geld. Natürlich gibt es eine Menge Büdchen auf dem Weg. Wo eben jene russischen Ägypter rumstehen und alles mögliche verkaufen, insbesondere natürlich Decken, Mützen und warme Getränke. Da der Weg ziemlich geebnet ist, geht man gefühlt mehr als die Hälfte der ganzen Strecke neben Kamelen und ständig wird man natürlich gefragt ob man nicht ein Kamel nehmen will. Goode Preiß, Goode Preiß..

Irgendwann dann hochgekämpft war’s das auch mit der Idee vom anmutigem Sonnenaufgang. Je näher man ihm kam, desto voller wurde die Bergspitze und desto lauter das gequassel. Der Abstieg jedoch war wirklich nett. Die Aussicht insgesamt, natürlich. Das am Fuße des Berges liegende Katharinenkloster ziemlich unspektakulär, abgesehen von den ganzen Beschriftungen, die in Englisch und natürlich: Russisch gehalten waren. Der wahre Witz ist jedoch, dass ich wirklich mit vollem Gepäck da hochgestiefelt bin. Proviant, Schlafsack, Luftmatraze. Dachte natürlich ich könnte noch zwei, drei Stunden dort schlafen. Aber: Pustekuchen. Erstens landete ich erst recht spät oben, da wir irgendwie an die Gruppe und einen Guide gebunden waren und natürlich stets auf die langsameren Teilnehmer warteten. Zweitens war irgendwann wirklich kein Platz mehr, sodass ich, alsbald nachdem ich es mir auf der Matratze bequem gemacht hatte, diese auch wieder einpackte. Ist schon okay… das hab ich nur zum erheitern gemacht 🙂

Was für ein Abgang
Machen wir es aber nochmal dramatisch. Am letzten Tag in Dahab gab es nochmal ein wahres Feuerkwerk der Gefühle. Im Assuan-Eintrag habe ich ja bereits darauf hingewiesen.
Ich habe ein ziemlich großes Zimmer, in einem ziemlich leeren Hotel bezogen, zu einem ziemlich günstigen Preis und einer erstmal netten Atmosphäre. Da ich aber nicht glaubte, dass ich tatsächlich nur 30LE (3,75€) für das Zimmer zahlen sollte, zahlte ich die ersten zwei Tage im Voraus um auf Nummer Sicher zu gehen. Am Tag der Abreise dann wollte ich zahlen, abzüglich der beiden Tage natürlich. Ich gab einem Mitarbeiter das Geld und fragte mich dann warum mir der Betrag so falsch vorkam. Vorher hab ich schließlich gesagt, ich hätte schon zwei Tage gezahlt. Ich sage es ihm dann nacher nochmal, dass ich jetzt zwei Tage zuviel gezahlt hätte. Das Geld hab ich einem anderen Mitarbeiter gegeben. Der war grad unterwegs, kam aber wieder und mir war tatsächlich schon klar was jetzt kommen würde, doch irgendwie schien es mir auch zu klassisch um tatsächlich stattzufinden. Aber es passierte. Er sagt, er hat von mir kein Geld angenommen. Wenn, dann würde er sich daran schließlich erinnern. Ich versuche es mit einer kontrolliert dramatischen Szene. Laut werden, aufstehen, gestikulieren. Es funktioniert nicht.
Interessanterweise aber die gleichen Argumentations-schemata wie beim lieben Felukafahrer: Er könne das bezahlen, er hätte genug Geld, wären doch Peanuts.. 60LE. Geschickt versuchte er es so zu drehen, dass wenn ich das Geld nicht hätte, könnte ich das ja sagen, dann würde er es halt zahlen.
Naja, eine halbe Stunde ging es also hin und her. Letzten Endes hab ich dann eingesehen, dass es nicht funtkionieren würde.
Sie drängten mich auch, dass mein Bus ja bald kommen würde – was er tatsächlich erst in einer Stunde tat. Dann stand natürlich auch ein Privattaxi da, der mich für sage und schreibe 20LE zur Busstation fahren wollte. Er hatte die ganze Diskussion mitbekommen und versucht nun tatsächlich mir noch für den vierfachen Preis eine Fahrt aufzuquatschen. Den Typ der mich verarschte hatte er eh dorthin gefahren. Im ganzen Stress hab ich dann tatsächlich auch noch den Zimmerschlüssel gehabt. Die letzte Waffe.
Als ich dann mein Ticket kaufte und erfuhr, dass sie mich bzgl. der Abfahrtszeit verarscht hatten, fragte er mich nach dem Schlüssel. Ich versuchte es zwar, dass ich ihn gegen die 60LE tauschen würde. Naja, klappte irgendwie nicht.
Mit ziemlich schlechter Laune und einem Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber dieser Ungerechtigkeit verliess ich also Dahab.
Und so schließe ich, jedenfalls in chronologischer Reihenfolge, dort auch das Kapitel Ägypten ab.

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2 Antworten zu “Bier, Burger und Tauchen

  1. Wunderschöne Fotos 🙂

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