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Ab in die Wüste!

Will man in die Wüste gehen, so ist man mit Ägypten nicht allzu schlecht beraten. Hier gibts eine Menge davon. Um genauer zu sein 96% der Gesamtfläche Ägyptens sind Wüste. Man könnte sich als umzingelt betrachten. Schon irre, irgendwie. Schließlich sind die Städte Ägyptens ja schon groß und der ganze Nil ist ja ziemlich besiedelt. Sieht man mal. Wir wollten es wissen und so richtig in die Wüste rein. Schwarze und Weiße Wüste werden die Teile der Wüste genannt, die sich von der Bahariya Oasis südöstlich nach Farafra ziehen.

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Dorthin ging es für uns. Und wie es halt so ist, es ist schwer irgendwohin alleine zu kommen, also zahlt man extra und so haben wir eine Anderthalbtägige Tour gemacht, die uns durch die beiden Wüsten führte. Am spannendsten ist wohl die weisse Wüste. Bedingt durch geologisch-historische Begebenheiten findet man hier interessante, kreativ gestaltete Steinkonstrukte. Eingebettet ist dieses Szenario in eine Ebene, die von kalkig weissen Erhebungen geprägt wird.
Nun, was lässt sich weiter darüber sagen. Es ist ziemlich ruhig in der Wüste. Wenn nicht grade andere 4×4’s durch die Gegend düsen, bleibt einem die Stille. Das war schon beeindruckend. Plus natürlich die absolute Abwesenheit von Zivilisation, abgesehen von uns.
Auch wenn eigentlich bei uns allen so eine gewisse Abneigung gegenüber Touren bestand zeigte sich hier schon, dass man hiervon im wesentlichen abhängig ist. Wir hätten zwar sicherlich auf der Wüstenstraße aussteigen können, wären aber niemals so tief in die Wüste vorgedrungen. Denn große Freude kam auf als, nach langer Zeit von Ereignislosigkeit, ein riesen Tal vor uns lag. Große Steine, wie riesen Mammuts, rechts liegend Sanddünen und eine rieeesen Fläche die zum runterlaufen einlud. Es war irgendwie so schön, das wir am liebsten schon dort verbleiben wollten. Aber es gab ja noch mehr zu sehen und so nächtigten wir dann im Gebiet der weissen Wüste. Unser etwas stiller Kapitän des Wüstenschiffs erwies sich als guter Koch, Zeltaufbauer und taute gegen Ende dann noch etwas auf. Erzählte von einer zerflossenen Liebschaft. Eine Deutsche, die sogar konvertierte. Da sie ihre Zukunft aber nicht in der Oase sah, wurde das wohl nichts..

Roadtrip
Nach unserer Wüstennacht landeten wir nach einem kleinen Spaziergang wieder auf der Straße. Wir wollten ja nicht nur im Jeep sitzen, wenn wir schonmal mittendrin in der Wüste sind.. Es ging danach also nach Farafra. Farafra schien ziemlich unattraktiv und so hatten wir vor direkt zur nächsten Oase: Dhakla, zu fahren. Der nächste Bus sollte erst in etwa 2 Stunden fahren und so nahmen wir den Aufpreis für ein Sammeltaxi in Kauf. Wenn wir blos gewusst hätten.

Es folgte meine erste Begegnung mit 7er Peugeots die angesichts ihres Zustands den Status eines Doppel-Oldtimer innehalten sollten. Irgendwie kam mir die Frage in den Sinn, ob dieser Wagen tatsächlich noch fahren kann. Er kann. Nach etwas zögerm beim Starten begann unsere Fahrt. Es ging raus wieder in die…genau… Wüste und eine Zeit lang ging auch alles gut. Naja, wir saßen recht unbequem und zusammengequetscht, aber wir fuhren. Irgendwann dann machte es laut und hörbar: knacks und binnen Sekunden hielt der Wagen. Alle aussteigen. Rechter Hinterreifen wurde inspiziert, mit einem leichten Ruck der Reifen entfernt. Keine Ahnung ob die Schrauben am Reifen nur Deko sind.. Diagnose: Achse gebrochen – oder sowas..

Da sind wir also, mitten in der Wüste, Auto kaputt und keine Idee was passieren soll. Der Fahrer nimmt den nächsten Wagen um Ersatz zu holen…Freitags..Wir sitzen also rum, eine Stunde vergeht, zwei Stunden vergehen. Irgendwann zwischen drei und vier Stunden später kommt das Ersatzteil mit dem Fahrer. Wir jedoch dürfen dann direkt in einen geräumigen Minibus umsteigen und sehen nach fünf Minuten Fahrt, dass wir vielleicht eine Stunde Fußmarsch vom nächsten Ort entfernt waren.

Aber wir haben ja Zeit und im Endeffekt bringt Fluchen und Verärgert-sein in so einem Moment ja auch garnichts. Ein bisschen froh war ich sogar darüber, dass so etwas passiert ist – endlich mal. Sonst liefen unsere Transporte eigentlich immer ziemlich unkompliziert, also beinahe langweilig. Gut, die Wartezeit hätte kürzer sein können und warmer Tee wär auch super gewesen, aber gut.
Mit ein bisschen Verspätung landen wir also am Zielort: Dhakla.

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